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26.11.2015 Kategorie: Infos Sozialstation

Überlinger Sozialstation feiert 40-Jähriges

Die Sozialstation Überlingen hat ihren 40. Geburtstag gefeiert. Der Südkurier hat darüber ausführlich berichtet. (von Eva-Maria Bast, Südkurier vom 25.11.2015).

Der Südkurier berichtet am 25. November 2015.

„Ich stelle mir ein Fahrrad vor“, sagt Claus van de Loo, „auf dem Gepäckträger eine große schwarze Tasche und im Sattel eine Ordensfrau mit wehendem Schleier oder Regenumhang.“ Dieses Bild skizzierte er seinen Zuhörern als Festredner zu „40 Jahre Sozialstation“. Die Einrichtung feierte mit ihren Mitarbeitern und Patienten bei einem Festgottesdienst im Münster, anschließend gab's im Pfarrzentrum ein Kuchenbuffet, bei dem jeder Konditor vor Neid erblassen würde, dann van de Loos Festvortrag. Und schließlich sorgte der Shanty-Chor Überlingen mit schmissigem Gesang für Stimmung. Da leuchteten die Augen der Seniorinnen und Senioren, da wippte so mancher Fuß im Takt, da wurde geklatscht und mitgesungen. Die Ordensschwester auf ihrem Fahrrad hätte an einem derart schwungvollen Fest sicherlich ihre helle Freude gehabt.

Mit der Veränderung gehen

Seit 1889, sagte Claus van de Loo, habe es in Überlingen und anderen Kirchengemeinden die ambulante Gemeindekrankenpflege gegeben. Bis Mitte der 1970er Jahre waren die Gemeindeschwestern unterwegs. Vor über 40 Jahren habe es dann große Veränderungen gegeben: „Die Großfamilien wurden kleiner, die Zahl der alleinstehenden, älteren Menschen, die zu Hause betreut werden wollten, nahm zu. Durch die höher werdende Lebenserwartung erhöhte sich auch die Zahl Alter und Kranker“, erklärt das einstige Vorstandsmitglied. All das sei ursächlich gewesen für die „Geburtsstunde der Sozialstationen“ unter dem Dach des Caritasverbands.

Auch das Aufgabenspektrum wurde erweitert. Dienste wie Nachbar- und Hauswirtschaftshilfe, Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige, Hauskrankenpflegekurse, Hausnotruf und Kooperationen mit Hospizgruppen kamen hinzu, die Sozialstation wuchs und wuchs, was Claus van de Loo mit Zahlen veranschaulicht: „Der Umsatz in Überlingen ist von 148 000 Mark im Jahr 1977 auf heute 1,5 Mio Euro gestiegen.“

Menschen auf ihrem Weg begleiten

Die Sozialstation Überlingen, berichtet er, habe nach ihrer Gründung flächendeckend die Arbeit in Überlingen, Sipplingen, Aufkirch, Andelshofen, Deisendorf, Nussdorf und Birnau aufgenommen, später kamen dann noch Bambergen, Lippertsreute, Ernatsreute, Hohenbodman, Owingen, Billafingen, Nesselwangen und Bonndorf hinzu.

Das erste Quartier in der Obertorstraße war bald zu klein, 1985 erfolgte der Umzug in die Jörg-Zürn-Straße 9. Doch auch hier litten die Mitarbeiter schnell unter Platzmangel. Die Sozialstation hatte Glück: „In der Alten Nußdorfer-Straße wurde das Haus frei, in dem wir dann ein neues Domizil fanden“, sagt van de Loo. Man kaufte das Gebäude, im Frühsommer 1977 fand die Einweihung statt. 1998 sei die Arbeitsbelastung des Geschäftsführers im Ehrenamt nicht mehr zu bewältigen gewesen. Und das nicht nur in der Sozialstation Überlingen, sondern auch in den benachbarten Stationen, sodass man sich entschloss, die Geschäftsführung für alle Stationen in die Hand eines hauptamtlichen Geschäftsführers zu legen. Das sei gleichermaßen die Geburtsstunde der Verwaltungsgemeinschaft gewesen. Deren erfolgreiche Arbeit habe sich bewährt, sodass der jetzt aktuelle Zusammenschluss der Sozialstationen Überlingen, Stockach, Salem und Markdorf zur Sozialstation Bodensee in diesem Jahr die sinnvolle Folge war.

 

„Diese Fusion war schon ein Kraftakt, für alle Beteiligten“, sagte van de Loo. Gemeinsam tun die Mitarbeiter nun weiterhin, was in der Sozialstation schon seit 40 Jahren getan wird: Menschen in allen Bereichen betreuen, vom Spaziergang bis zur Sterbebegleitung.