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21.05.2015 Kategorie: Infos Sozialstation

Stockach: Sozialstation weitet die Tagesbetreuung aus

An zwei statt bisher nur einem Nachmittag betreuen Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer der Sozialstation St. Elisabeth in Stockach ab sofort Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Warum ein Nachmittag nicht mehr ausreichte, erklärt Pflegedienstleiterin Karin Schneider. (Von Anna Stommel und Mark Schoder, Südkurier vom 16.5.2015)

Sie engagieren sich in der Tagesbetreuung (von links hinten): Anna-Lena Klotz, Anita Keyssner, Fachkraft Stojanka Vladeva, Pflegedienstleiterin Karin Schneider und Brigitte Klotz. Edeltraud Ugele bastelt mit Karl Schellhammer ein Gesteck. (Bild: Südkurier/Anna Stommel)

Auf den Donnerstagnachmittag freut sich Karl Schellhammer immer ganz besonders. Dann besucht er zusammen mit seiner Frau die Tagesbetreuung für Senioren der Sozialstation St. Elisabeth in Stockach. Singen, Basteln, Ausflüge oder gemeinsames Kaffeetrinken stehen an diesen Nachmittagen auf dem Programm, das Kopf, Sinne und Motorik aktivieren soll. „Das ist für uns die einzige Möglichkeit, mit anderen Menschen zusammen zu sein“, sagt Karl Schellhammer, der seine Frau zu Hause pflegt. Die Zeit in Gemeinschaft genieße er sehr.

So wie Karl Schellhammer geht es auch den anderen Senioren, die mit Freude an dem Programm der Sozialstation teilnehmen. Zuletzt aber sei es beim Betreuungsnachmittag immer voller geworden, berichtet Karin Schneider, Pflegedienstleiterin der Sozialstation. Für acht bis zehn Teilnehmer sei der Nachmittag eigentlich ausgelegt. „Aber wir hatten jetzt immer bis zu 15 Leute am Donnerstagnachmittag. Das ist zu viel. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen.“ Deshalb sei nun der Dienstagnachmittag als zweiter Betreuungstag ins Angebot aufgenommen worden.

Das Angebot richte sich insbesondere an Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, die zu Hause von Angehörigen gepflegt würden. „Wir wollen pflegende Angehörige entlasten, ihnen einen freien Nachmittag schenken“, erklärt Schneider. Das sei eines der Hauptmotive des Angebots. Wie wichtig die Tagesbetreuung tatsächlich zu sein scheint, zeigen die neuen Anmeldezahlen: 19 Gäste haben ihr Kommen für die nun zwei Nachmittage pro Woche angemeldet. „Damit waren wir im Grunde schon wieder voll ausgebucht, ehe wir überhaupt gestartet sind“, sagt Karin Schneider.

Wenn es nach ihr ginge, könnte das Angebot weiter wachsen. Problematisch sei aber die Suche nach Personal. „Wir finden nicht genug Mitarbeiter für Betreuung und Fahrdienste.“ Denn neben einer Fachkraft gestalten freiwillige Helfer die Tagesbetreuung zu einem großen Teil mit. Edeltraud Ugele ist eine der Helferinnen. Sie hat die Aufgabe übernommen, als sie selbst in Rente ging. „Nichts mehr zu machen, das war mir zu langweilig“, sagt sie. Natürlich sei die Arbeit auch anstrengend. „Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich geschafft.“ Die Nachmittage selbst aber seien wunderbar. „Wir sind ein eingespieltes Team“, schwärmt die 73-Jährige. Sie selbst habe eine Zeit lang ihre Mutter pflegen müssen. „Ich wusste nicht, dass ich so was kann. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich es kann.“ Sie wisse, dass die Pflege eines Angehörigen anstrengend ist, sagt Edeltraud Ugele. Nun wolle sie anderen Angehörigen durch ihr Engagement helfen. Ihre Mitstreiterin Brigitte Klotz sieht das ähnlich: „Hier hat man eine sinnvolle Aufgabe.“ Karin Schneider lobt: „Hut ab vor unseren Mitarbeitern.“