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04.06.2015 Kategorie: Infos Sozialstation

Stockach: Eine neue Ära beginnt

Für die Sozialstation St. Elisabeth e.V. Stockach endet eine 40-Jährige Ära – und eine neue beginnt, denn Ende Juni geht wird sie in die neue Sozialstation Bodensee eingegliedert. Das letzte eigenständige Geschäftsjahr hat die Sozialstation mit einem deutlichen Plus abgeschlossen.

Freuen sich auf die neue Sozialstation Bodensee (von links): Der bisherige Vorsitzende Oswald Stetter der Sozialstation St. Elisabeth, sein Stellvertreter Pfarrer Siegfried Meier, Pflegedienstleiterin Karin Schneider, sowie die beiden designierten Vorstände der neuen Sozialstation Bodensee Andreas Pfeifer und Wolfgang Jauch. (Foto: Sozialstation)

„Die Zusammenführung ist ein wichtiger Schritt und ebenso notwendig wie die Gründung der Sozialstation 1975 und der Beitritt zur Verwaltungsgemeinschaft mit Markdorf, Salem, und Überlingen vor 16 Jahren“, betonte Vorsitzender Oswald Stetter bei der Mitgliederversammlung am 2. Juni. Durch die Kirchenstrukturreform wären zwei der vier Einrichtungen nicht mehr handlungsfähig und so sei die Gründung einer großen Sozialstation die einzig sinnvolle Lösung. 

„Der Spagat, wirtschaftlich zu arbeiten und den Patienten/Kunden die notwendige Zuwendung zu geben, ist auch in 2014 wieder gelungen“, sagte Jauch, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft, bei der Vorstellung des Jahresberichts. Nach Verlusten in 2011 und 2012 hat die Sozialstation St. Elisabeth nach 2013 auch 2014  wieder schwarze Zahlen geschrieben. Schon jetzt steht aber fest, dass das laufende Geschäftsjahr nicht so positiv ausfallen wird. Ein wichtiger Punkt dabei: Die Erstattungen der Kranken- und Pflegekassen wachsen langsamer, als die Tarifgehälter der Mitarbeiter. Insgesamt machen die Personalkosten – die Sozialstation beschäftigt 75 Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung – rund 85 Prozent der Ausgaben aus. Hinzu kommt, dass die mittlerweile installierte Photovoltaikanlage 2015 statt 2014 zu Buche schlägt, und zudem die notwendige Fusion hohe Kosten verursacht.

Christliches Selbstverständnis

Zu den positiven Ergebnissen des vergangenen Jahres zählt unter anderem das gelungene Ausbildungskonzept, das Wiedereinsteigerinnen die Möglichkeit einer qualifizierten Berufsausbildung gibt und einen sicheren Arbeitsplatz garantiert. Erfreulich für Patienten und Mitarbeiter: Die Sozialstation bietet wieder verstärkt Caritas-Plus-Leistungen an, die über die Leistungen der Pflegekassen hinausgehen. Dazu gehören persönliche Gespräche mit Patienten und Angehören in Krisensituationen oder Sterbebegleitung mit speziell geschultem Personal. „Das gebietet allein schon unser christliches Selbstverständnis“, sagte Pflegedienstleiterin Karin Schneider.

75 festangestellte Mitarbeiter und 35 Ehrenamtliche stellen sich bei der Sozialstation Stockach in den verschiedensten Bereichen von der ambulanten Pflege über die Tagesbetreuung in Hindelwangen, die Betreuung der Wohnanlage Steißlingen, bis hin zur Nachbarschaftshilfe in den Dienst der hilfebedürftigen Mitmenschen. Mehr als 70.000 Hausbesuche haben die Schwestern und Pfleger 2014 in der ambulanten Pflege gemacht. Besonders stark gestiegen sind dabei die Einsätze für Betreuungsleistungen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und Pflegeschulungen für Angehörige.

Um die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern, hat die Sozialstation 2014 einiges getan. Neben dem konsequenten Abbau von Überstunden gehören dazu Gesundheitspräventionsmaßnahmen, Kinästhetik-Kurse für rückenschonenderes Arbeiten und Schulungen.

Wichtige Verhandlungen

Für Wolfgang Jauch steht es außer Frage, weiterhin tarifliche Löhne zu zahlen, auch wenn dadurch bedingte Lohnerhöhungen die Personalkosten 2015 gegenüber 2014 um weitere 3,5 Prozent ansteigen lassen werden. Das entspricht rund 35000 Euro allein für die Sozialstation Stockach. Weiterhin versorgen die Schwestern und Pfleger der Sozialstation ihre täglich rund 170 Patienten auf einer Fläche von rund 300 Quadratkilometern – Entfernungen, die um einiges größer sind als in manch anderer Sozialstation – bei gleicher Vergütung. Dafür will Jauch demnächst in Einzelverhandlungen mit den Pflegekassen treten. „Mein oberster Ziel ist es, kostendeckende Abschlüsse zu erzielen“, kündigte er an.

Neuausrichtung

2015 steht ganz im Zeichen der Neuausrichtung. Die Sozialstation Stockach wird es in ihrer jetzigen Form nicht mehr lange geben. Im Juni soll es zum Zusammenschluss mit den Sozialstationen Markdorf, Salem und Überlingen zur Sozialstation Bodensee e.V. kommen. Die Versammlung empfahl dem neuen Verein einstimmig, den bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Jauch und den Personalleiter Andreas Pfeifer zu hauptamtlichen Vorständen zu berufen, um die Arbeit in bewährter Weise fortzuführen.

Für den 26. Juni ist die konstituierende Sitzung der Sozialstation Bodensee geplant. „Für die Kunden und Patienten ändert sich nichts, Stockach bleibt als eigener Pflegebereich erhalten“, versicherte Wolfgang Jauch.