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02.07.2014 Kategorie: Allgemeine Infos, Infos Sozialstation

Salem: Sozialstation lebt Kultur des Helfens

Die Mitglieder der Sozialstation Salem blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Strukturreform in der Erzdiözese Freiburg bringt ab 2015 auch Veränderungen für die Sozialstation Salem. (Südkurier vom 4.7.2014, von Theo Wieland)

Die Sozialstation Salem (von links): Wolfgang Jauch (Geschäftsführer), Sigrid Koch (Pflegedienstleitung), Edilbert Froning (Pfarrei St. Martin Seefelden), Thomas Kempter, Maria Keller (beide Pfarrei St. Martin Frickingen), Peter Nicola (Pfarrer der fünf Salemer Pfarreien, Dekan des Dekanates Linzgau, Vorsitzender Sozialstation Salem), Bernhard Hatt (Geschäftsführer Caritas Dekanat Linzgau), Christine Hornstein (Pfarrei St. Maria Betenbrunn). Bild: Wieland

Die Mitgliederversammlung der Sozialstation Salem zog in Salem-Leutkirch eine Bilanz für das vergangene Jahr. Es sei „besser, als wir in den kühnsten Träumen zu erhoffen wagten“, lobte Dekan Peter Nicola als Vorsitzender die Ausführungen des seit August 2013 als Geschäftsführer tätigen Wolfgang Jauch. Jauch berichtete von einem Plus von 29 000 Euro im vergangenen Jahr: „Eine gewaltige Leistung aller Mitarbeiter, ein tolles Ergebnis“ aller Haupt- und Ehrenamtlichen in der Erfüllung der „Brüderlichkeit“ als eines von drei Wesensmerkmalen von Kirche, im pflegerischen, helfenden und karitativen Dienst für kranke, alte und hilfsbedürftige Menschen in ihrer Häuslichkeit. Eine „Kultur des Helfens“ vom See bis hinauf auf die Höhen des Linzgaus.

 

Im laufenden Jahr soll dem „eine schwarze Null“ folgen. Tariferhöhungen und der Abbau von Mehrarbeitsstunden sind der Grund dafür. Der Jahresabschluss entspricht laut dem Bericht der Prüfungskommission vom März den finanzwirtschaftlichen Vorgaben, er wurde von der Versammlung genehmigt – wie auch der Haushaltsplan 2014. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Jauch erläuterte, wie es zum guten Ergebnis gekommen ist – mit Schulungen, Effizienzsteigerung, strukturellen Verbesserungen, restriktiver Ausgabenpolitik mit Kosteneinsparungen im Wirtschaftsbedarf und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch durch die Erhöhung der Beiträge der Kirchengemeinden und Kommunen und nahezu unveränderten Personalkosten.

Zu den positiven Ausführungen des Geschäftsführers lieferte Sigrid Koch als Pflegedienstleiterin Zahlen und Fakten zu den Leistungen der Sozialstation nach SGB XI (Sozialgesetzbuch) mit Pflegleistungen (122 Personen im Monat mit 18814 Hausbesuchen) sowie zur Verhinderungspflege zur Entlastung der Angehörigen. Die besonderen Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz erhöhten sich gegenüber 2012 um 43 Prozent.

 

Wie wichtig die Pflegeberatung sein kann, zeigte Sigrid Koch am Beispiel eines veralteten Badewannenlifters. Zur Behandlungspflege (SGB V) lobte Sigrid Koch die gute Zusammenarbeit mit den Hausärzten, sie kritisierte aber eine immer wieder überzogene Bürokratie der Krankenkassen. Die organisierte Nachbarschaftshilfe werde meist von Frauen auf freiwilliger Basis geleistet, „um ältere oder behinderte Menschen, pflegende Angehörige oder in Not geratene Familien im Alltag in ihren Haushalten zu stärken: Es gibt da fast nichts, was es nicht gibt.“ 70 Teilnehmer der Sozialstation waren Ende 2013 am Hausnotruf angeschlossen. In all diesen Bereichen habe 2013 der Umsatz etwa 1,5 Miollionen Euro betragen, eine Steigerung um etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

Die Strukturreform in der Erzdiözese Freiburg zum Jahr 2015 wird, so Dekan Peter Nicola, auch die Sozialstationen betreffen. Im Bereich der Sozialstation Salem werden aus elf Gründungspfarreien zukünftig zwei Seelsorgeeinheiten. Wolfgang Jauch wies auf „noch viele Fragezeichen“ hin, aber auch darauf, „so wenig wie möglich zu verändern.“ Peter Nicola betonte, dass nach dem römischen Rechtsgrundsatz „pacta sunt servanda“ Verträge übernommen werden und kein Arbeitsplatz abgebaut werde: „Etwas anderes geht bei dem Geschäft, das wir machen, auch nicht.“

 

Sozialstation Salem

Der Verein: Die Sozialstation Salem wurde 1979 gegründet.

Träger und Mitglieder: Elf katholische Gründungspfarreien (Altheim, Betenbrunn, Beuren, Frickingen, Meersburg, Mimmenhausen, Neufrach, Röhrenbach, Salem, Seefelden, Weildorf) unter dem Dach des Caritasverbands; Vorsitzender: Dekan Peter Nicola (Salem).

Kooperationspartner: Evangelische Kirchengemeinden (Heiligenberg, Meersburg, Salem, Uhldingen-Mühlhofen); Kommunen (Daisendorf, Frickingen, Heiligenberg, Meersburg, Salem, Stetten, Uhldingen-Mühlhofen).

Verwaltungsgemeinschaft: Die vier Sozialstationen Markdorf, Salem, Stockach und Überlingen bilden eine Verwaltungsgemeinschaft in der Geschäftsführung. Geschäftsführer ist seit August vergangenen Jahres Wolfgang Jauch; Pflegedienstleiterin: Sigrid Koch.