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12.05.2017 Kategorie: Infos Sozialstation

MdB Riebsamen kommt zum Tag der Pflege

Passend zum bundesweiten „Tag der Pflege“ am 13. Mai hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen die Sozialstation Bodensee in Markdorf besucht. Im Gespräch mit Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Jauch, Personalvorstand Andreas Pfeifer und Pflegebereichsleiterin Marlene Scheu kamen aktuelle Themen auf den Tisch.

Wolfgang Jauch, Marlene Scheu, Andreas Pfeifer, Lothar Riebsamen (von links).

Eines davon war der Fachkräftemangel. „Die Wahnsinnsherausforderung steht uns noch bevor, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen“, stieg Lothar Riebsamen ins Gespräch ein und interessierte sich für die Konzepte der Sozialstation.

„Einer unserer Bausteine ist es, jährlich 20 Auszubildende beschäftigt zu haben“, erklärte Wolfgang Jauch. Vor allem lebenserfahrene Wiedereinsteigerinnen hat er dabei im Auge. In diesem Zusammenhang sprach Personalvorstand Andreas Pfeifer das Wegebauprogramm der Bundesagentur für Arbeit an. Dieses Programm ermöglicht es, unter gewissen Voraussetzungen, beruflichen Wiedereinsteigern die Ausbildungsvergütung deutlich zu erhöhen und ihnen auf diese Weise den Weg ins Berufsleben zu erleichtern. Pfeifer: „Wir bangen jedes Jahr, ob wir die Gelder bekommen. Für uns ist eine sichere Zusage wichtig, um langfristig kalkulieren zu können.“ Riebsamen sagte zu, dieses Thema mit nach Berlin zu nehmen.

Der Sozialpolitiker bedauerte, dass die Altenpflege in der öffentlichen Diskussion als schlecht bezahlt dastehe, womit er Wolfgang Jauch aus dem Herzen sprach. „Für das, was die Mitarbeiter in der Pflege jeden Tag leisten, ist der Beruf ohne Frage nicht adäquat vergütet – hier sind die Kranken- und Pflegekassen gefordert, uns für eine bessere Bezahlung einen entsprechenden finanziellen Spielraum einzuräumen“, sagte Jauch. Dass das monatliche Einkommen einer Pflegekraft aber oftmals nicht ausreiche, den Lebensunterhalt zu bestreiten, liege aber nur bedingt an der Grundvergütung. „Eine Fachkraft in Vollzeit mit fünfjähriger Berufserfahrung verdient bei uns aktuell immerhin etwa 45000 Euro im Jahr. Allerdings können die allermeisten Pflegekräfte aufgrund der besonderen Gegebenheiten in der ambulanten Pflege lediglich in Teilzeit arbeiten“, so Jauch weiter.

Als Vorzeigeobjekt „um die Versorgung unserer Generation optimal abzudecken“, beschrieb Wolfgang Jauch den Wohn-und Geschäftskomplex Generation+ in Salem-Mitte, in dem die Sozialstation im vergangenen Jahr einen Pflegestützpunkt eröffnet hat. Bei der Umsetzung einer auf diesem Gelände geplanten Tagespflegeeinrichtung hofft Jauch noch auf entsprechende Fördermittel aus dem Innovationsprogramm Pflege des Landes Baden-Württemberg. „Tagespflege ist zwar nur ein Instrument in der Altenpflege, aber ein wichtiges, das noch viel zu wenig umgesetzt wird“, bekräftigte ihn Riebsamen. Er erklärte sich bereit, die Sozialstation bei der Realisierung einer solchen Tagespflegeeinrichtung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen.

Zum Abschluss des zweistündigen Besuchs erläuterte Marlene Scheu die Konzepte der Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte und der Tagesbetreuung, die Angehörigen stundenweise Entlastung bietet.