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04.06.2015 Kategorie: Infos Sozialstation

Markdorf: Abschied und Neuanfang

Die Mitgliederversammlung der Sozialstation Linzgau e.V., Markdorf am 1. Juni stand ganz im Zeichen von Abschied und Neuanfang. Erfreuliche Nachricht, bevor der Pflegebereich Markdorf in die neue Sozialstation Bodensee eingegliedert wird: Für 2014 verkündete Geschäftsführer Wolfgang Jauch ein Plus von 50.000 Euro. Steigende Personalkosten durch Tariferhöhungen sind ein Grund, warum für 2015 mit einem Minus zu rechnen ist.

Blicken zuversichtlich nach vorn (von links): Die designierten Vorstände der neuen Sozialstation Bodensee Wolfgang Jauch und Andreas Pfeifer, Pflegedienstleiterin Marlene Scheu, Pfarrer Ulrich Hund, der bisherige Vorsitzende der Sozialstation Linzgau, Peter Bücken und sein Stellvertreter Franz Biller. (Foto: Sozialstation)

"Mein besonderer Dank geht an die Mitarbeiter und die Geschäftsführung, die es geschafft haben, das Boot Sozialstation aus dem finanziellen Wellental heraus in sicheres Fahrwasser zu lenken“, sagte Peter Bücken in seiner letzten Mitgliederversammlung als Vorsitzender. 

Geschäftsführer Wolfgang Jauch freute sich über „ein ganz tolles Ergebnis, an dem die Mitarbeiter tatkräftig beteiligt waren“ und lieferte in seinem Geschäftsbericht die Zahlen dazu.

Nach Verlusten in 2011 (-170.000 Euro) und 2012 (-158.000 Euro) hat die Sozialstation Linzgau 2013 (14.000) und 2014 (50.000) schwarze Zahlen geschrieben.

Gute Arbeitsbedingungen

128 festangestellte Mitarbeiter und 23 Ehrenamtliche stellen sich bei der Sozialstation Linzgau Markdorf in den verschiedensten Bereichen von der ambulanten Pflege über die Tagesbetreuung, Wohngemeinschaft, Essen auf Rädern bis hin zur Nachbarschaftshilfe in den Dienst der hilfebedürftigen Mitmenschen. Um Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern, tut die Sozialstation einiges. Neben dem konsequenten Abbau von Überstunden gehören dazu Gesundheitspräventionsmaßnahmen, Kinästhetik-Kurse für rückenschonenderes Arbeiten und Schulungen. Weil der Bedarf an Pflegekräften mehr und mehr steigt, bildet die Sozialstation seit einigen Jahren selber aus. 13 Auszubildende sind derzeit bei der Verwaltungsgemeinschaft der Sozialstationen Markdorf, Salem, Stockach und Überlingen beschäftigt.

Hausnotruf ist gefragt

Pflegedienstleiterin Marlene Scheu gab einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Mit Erträgen in Höhe von 2,9 Millionen machen die allgemeinen Pflegeleistungen den größten Einnahmeposten aus. 226 Patienten pro Monat haben die pflegerischen Leistungen der Sozialstation in Anspruch genommen. Bei 57 Kunden hat die Sozialstation die Verhinderungspflege übernommen, um pflegende Angehörige zu entlasten. „Hierfür können zusätzliche Gelder von den Pflegekassen beantragt werden“, sagte Marlene Scheu. Immer mehr Kunden nehmen den Hausnotruf der Sozialstation in Anspruch. „Wir kümmern uns um alles und die alten Menschen wissen es zu schätzen, dass sie nur einen Ansprechpartner haben“, erklärte Scheu.

Steigende Lohnkosten

Auf der Ausgabenseite standen 2014 die Lohnkosten mit rund 2,4 Millionen Euro als größter Posten zu Buche. Hier wird in 2015 durch tarifliche Lohnerhöhungen eine Steigerung um 3,5 Prozent eintreten, was rund 80.000 Euro entspricht. Der Knackpunkt: Die Erstattungen der Kranken- und Pflegekassen wachsen langsamer als die Tarifgehälter. „Wir dürfen nicht dafür bestraft werden, dass wir nach Tarif bezahlen“, findet Jauch und hofft darauf, in Einzelverhandlungen mit den Krankenkassen bessere Konditionen aushandeln zu können.

Weil auch die Vorbereitung für die Gründung der neuen Sozialstation Bodensee e.V. hohe Kosten verursacht hat, ist 2015 mit einem Verlust zu rechnen. „Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass der Pflegebereich Markdorf mit etwa 13.000 Minus deutlich hinter dem Vorjahr liegt“, sagte Geschäftsführer Jauch.

Neuausrichtung

Noch in diesem Monat soll die Fusion der Sozialstationen Markdorf, Salem, Stockach und Überlingen zur Sozialstation Bodensee e.V. vollzogen werden. „Für die Patienten, Kunden und Geschäftspartner wird sich nichts ändern“, beteuerten Peter Bücken und Wolfgang Jauch. Die Sozialstation Linzgau bleibt mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als eigener Pflegebereich am jetzigen Standort. Die Versammlung empfahl dem neuen Verein einstimmig, den bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Jauch und den Personalleiter Andreas Pfeifer zu hauptamtlichen Vorständen zu berufen, um die Arbeit in bewährter Weise fortzuführen. 

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung dankte Pfarrer Ulrich Hund allen, die sich in den vergangenen Jahren für die Sozialstation eingesetzt haben. Insbesondere Franz Biller für sein 25-jähriges Engagement als zweiter Vorsitzender. Bereits im Gottesdienst vor der Versammlung hatte Pfarrer Hund die bisherigen Mitglieder ermuntert, den neuen Strukturen mit Zuversicht entgegenzusehen.

/p